Hörprobleme sind zwar häufig altersbedingt, aber für Seniorinnen und Senioren ebenso wie für ihre Angehörigen ein zentrales Thema: Was kosten Hörgeräte für Rentner, und welche Unterstützung können wir in Anspruch nehmen? Dies und zahlreiche weitere Fragen zu Preisen, Leistungen der gesetzlichen Krankenkasse und den wichtigsten Entscheidungskriterien beantworten wir in diesem Ratgeber ausführlich.
Altersbedingter Hörverlust: Darum sind Hörgeräte auch im Alter wichtig
Unbehandelt verschlechtern sich die Hörgewohnheiten und damit auch die Lebensqualität der Betroffenen erheblich. Sie verstehen immer weniger, ziehen sich zurück, weil es sie nervt und zu Missverständnissen kommt. Moderne Hörgeräte machen nicht nur das Verstehen wieder leichter, sie fordern auch die grauen Zellen und halten die sozialen Kontakte aufrecht.
Gerade im Ruhestand ist gutes Hören ein Muss, um aktiv zu bleiben und in Kontakt mit Familie und Freunden zu bleiben.
Wie hoch sind die Kosten?
Hörgeräte gibt es in unterschiedlichen Preisklassen je nachdem, wie sie aufgebaut sind, welche Marke sie haben und wie Sie sie benötigen bzw. möchten. Man unterscheidet grundsätzlich zwischen Basis-, Mittelklasse- und Premium Geräten.
Im Schnitt bewegt sich der Preis je Gerät zwischen:
- Basisgeräten: ca. 700, 1.000 €
- Mittelklasse: 1.000, 2.000 €
- Premium Geräten: 2.000, 3.500 € oder mehr
Da häufig Hörgeräte für beide Ohren benötigt werden, verdoppeln sich diese Preise in aller Regel auch.
Welche Leistungen übernimmt die Krankenkasse?
Gesetzliche Krankenkassen übernehmen einen Festbetrag von rund 700, 800 € je Hörgerät inklusive Anpassung. Somit können Versicherte sogenannte Nulltarif-Geräte erhalten, bei denen sie nur die gesetzliche Zuzahlung von 10 € je Gerät bezahlen.
Entscheiden Sie sich für ein technisch aufwändiges Modell, müssen Sie die Differenz zu dem Festbetrag selbst bezahlen. Bei Privatversicherten richtet sich die Erstattung nach Ihrem individuellen Tarif.
Welche Faktoren beeinflussen den Preis?
Für den höheren Preis eines Hörgeräts gibt es neben dem reinen Gerätepreis auch andere Gründe:
- Hörtest und Diagnose
- Erstanpassung an Ihr individuelles Hören
- Anpassungen bzw. Nachjustierungen
- Service-Leistungen bzw. Wartungen
- Zubehör, wie z. B. Ladekabel oder Fernbedienungen
Und all das ohne eine professionelle Beratung von einem qualifizierten Hörakustiker.
Ist ein Premium-Hörgerät seinen Preis wert?
Das teuerste ist nicht automatisch immer das beste. Entscheidend sind, neben dem Preis, Ihr Grad an Hörverlust, Ihr Lebensstil und Ihre Ansprüche. Schon die Basisgeräte von heute sind gut und haben hohe Qualitätsstandards, mit den Premiumgeräten sind „nur“ extra Komfort-Funktionen, wie beispielsweise eine automatische Situationsanpassung oder eine Verbindung zu Ihrem Smartphone.
Die richtige Wahl treffen Sie am besten mit einer Probezeit im Alltag.
Oft gestellte Fragen (FAQ)
1. Gibt es Hörgeräte ohne Zuzahlung?
Ja, für gesetzlich Versicherte gibt es Nulltarif-Modelle mit einer minimalen gesetzlich festgelegten Zuzahlung.
2. Wie lange hält ein Hörgerät?
Im Schnitt ca. 5-6 Jahre, abhängig von der Pflege und dem Gebrauch.
3. Werden Reparaturen an Hörgeräten bezahlt?
In der Garantiezeit in der Regel ja. Genaueres erfragen Sie bei Ihrem Anbieter.
4. Kann man Hörgeräte ausprobieren?
Ja, viele seriöse Anbieter bieten eine kostenlose Testphase an.
Fazit
Kosten für Rentner-Hörgeräte richten sich nach ihrem Bedarf, dem technischen Niveau des Hörgeräts und den Zuschüssen der Krankenkasse. Dank einer gesetzlichen Förderung ist es auch bei kleinem Geldbeutel möglich, gut hören zu können. Entscheidend ist ein Analyser Gespräch, ein Vergleich unterschiedlicher Hörgeräte und eine Erprobungsphase in Ihrem Umfeld, denn nur so können Sie auf Dauer glücklich sein.
